10 extrem unglückliche Karriereenden bei WWE | Pro10

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Wrestling ist fake! Wahrscheinlich jeder Fan oder Wrestler selbst hasst diese Aussage. Natürlich ist das gesamte Geschehen vor den TV-Kameras nur Show und alles läuft nach einem vorgegebenen Skript. Heels sind nicht wirklich gemein, Rivalitäten sind nicht echt und Moves sind abgesprochen und eintrainiert. Dennoch findet das Wort „fake“ in der Wrestling-Bubble nur wenig Resonanz. Und das liegt daran, da die Herausforderungen für die Performer alles andere als fake und sehr real sind. Um Wrestler zu werden braucht es eine hohe körperliche Fitness, jahrelanges intensives Training und eine gute Harmonie mit dem Gegner. Trotz alledem gehören Verletzungen und Schmerzen zum Alltag. Die meisten Verletzungen lassen sich behandeln. Aber halt nicht alle. Leider gab es in der Vergangenheit immer wieder Fälle, bei denen Wrestler ihre Karriere frühzeitig beenden mussten, da ihr Körper einfach nicht mehr weiter machen konnte. Wir präsentieren euch hier zehn sehr unglückliche private Schicksale.

  1. Triple H

Die Karriere von Triple H endete schleichend. Immer mehr und mehr übernahm er wichtige Backstage-Rollen und trat in der letzten Dekade vor den Kameras häufiger als Autoritätsperson auf, als aktiver Wrestler. Dass Triple H nicht mehr viele Matches bestreiten werde ist den meisten wohl schon seit längerem klar. Aber dieses Frühjahr kam das endgültige Ende, dann doch plötzlicher und überraschender als viele je vermutet hätten. Hunter erlitt eine schwere virale Lungenentzündung, die sein Herz enorm schwächte. Sein Zustand war zeitweise kritisch und Triple H selbst hatte Todesangst. Mittlerweile trägt er sogar einen eingebauten Defibrillator in der Brust. Am 25. März 2022 verkündete die WWE daraufhin das offizielle Karriereende von Triple H. Bei Wrestlemania 38 legte er dann seine Stiefel symbolisch im Ring nieder.

  1. Jason Jordan

Der ehemalige Tag Team-Champion war erst relativ frisch in seinen ersten großen Singles-Run gestartet, der wahrscheinlich zu einem großen Match gegen seinen Storyline-Vater Kurt Angle geführt hätte. Gerüchteweise sollte Jordan sogar Angles letzter Gegner in dessen Karriere werden. Nur machte das Schicksal dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Jordan schied wegen einer Nackenverletzung aus. Für viele Fans war dies zunächst eine erträgliche Nachricht, da die Story als Angles „verlorener Sohn“ nicht gut ankam. Man hoffte, dass während Jordans langer Auszeit diese Geschichte ad acta gelegt wird und er einen Neustart hinlegen könne. Letztlich wurde aber nicht nur die Geschichte als Angles Sohn, sondern auch gleich Jordans gesamte Ringkarriere beendet. Er hat knapp vier Jahre später immer noch mit seinem Nacken zu kämpfen und verliert nach Aussage von Kurt Angle immer wieder das Gefühl in den Händen. An eine Arbeit im Ring ist daher nicht zu denken. Dennoch ist Jason Jordan bis heute Bestandteil der WWE und hat sich mittlerweile einen guten Ruf als Backstage-Producer erarbeitet.

  1. Sid Vicious

Vermutlich einer der unauffälligsten Wrestlemania-Main Eventer überhaupt. Das liegt aber vielleicht auch an einer schweren Verletzung, die eine größere Karriere verhinderten. Sid Vicious, auch bekannt als Sycho Sid oder Sid Justice, verletzte sich 2001 in einem WCW World Heavyweight Championship Match gegen Scott Steiner und Jeff Jarrett schwer. Beim Sprung vom zweiten Seil aus der Ringecke landete der 2,08 Meter Hüne sehr unglücklich, knickte weg und brach sich das Schien- und Wadenbein. Das gebrochene Bein war auf den ersten Blick deutlich für die Zuschauer zu erkennen und viele TV-Anstalten berichteten über Vicious Verletzung ohne aber die Bilder zu zeigen, da diese zu extrem waren. Ärzte gaben Sid die Prognose vielleicht nie wieder laufen zu können. Aber er kämpfte sich hoch und schaffte es sogar mehrere Jahre nach dieser Verletzung wieder in den Ring zurückzukehren. Allerdings nicht bei der WWE (bzw. WCW). Eine echte große Vollzeit-Karriere war einfach nicht mehr möglich.

  1. „Stone Cold“ Steve Austin

Niemand war im Wrestling-Geschäft so over wie „Stone Cold“ Steve Austin. Die „Texas Rattlesnake“ war der Star der Attitude Ära und war großer und wichtiger Bestandteil vom Triumphzug der WWF über die WCW. Ohne ihn wäre die WWE vielleicht nicht das was sie heute ist. Diesen ganzen Erfolg errang Austin, obwohl er jahrelang mit einer Nackenverletzung zu kämpfen hatte. Die Verletzung zog er sich bereits beim Summerslam 1997 zu. Ein missglückter Piledriver von Owen Hart ließ Austin auf den Kopf fallen und er verletzte sich an der Halswirbelsäule und hatte teils sogar Lähmungserscheinungen. „Stone Cold“ machte seinem Namenszusatz aber aller Ehre und kehrte bereits nach zehn Wochen in den Ring zurück. Hunderte von Matches bestritt er trotz der Verletzung und erklomm die Spitze der WWF, gewann nach dem Vorfall noch zwei weitere Royal Rumbles, gewann sechsmal den World Title und stand dreimal im Main-Event von Wrestlemania. Sechs Jahre nach dem Vorfall bestritt Steve Austin bei Wrestlemania 19 gegen The Rock im Alter von nur 39 Jahren, dann aber sein vorerst letztes Match. Zwar bestritt Austin 19 Jahre später, bei der diesjährigen Wrestlemania noch ein allerletztes Match gegen Kevin Owens, aber ein komplettes Ringcomeback bleib ihm aufgrund seines körperlichen Zustandes verwehrt.

  1. Tyson Kidd

Der Ehemann von Natalya war nach einem erfolgreichen Tag Team-Run mit Cesaro, inklusive dem Gewinn der WWE Tag Team Championship, prädestiniert in der Card weiter aufzusteigen. Jedoch sollte ihm eine schwere Verletzung einen Strich durch die Rechnung machen. Am 01. Juni 2015 erlitt Kidd in einem Dark Match gegen Samoa Joe beim „Muscle Buster“ eine schwere Rückenmarksverletzung und stand kurz vor der Querschnittslähmung. Kidd twitterte sogar, dass nur ca. 5% aller die diese Verletzung erleiden überhaupt überleben. Aber glücklicherweise überlebte Kidd nicht nur, sondern kann sich heute noch frei bewegen und ist nicht für den Rest seines Lebens an einem Rollstuhl gefesselt. Auch wenn anfangs die Rede von „nur“ einem Jahr Ausfallzeit war, so wurde schnell klar, dass eine Rückkehr in den Ring für immer ausgeschlossen bleibt. Der dreimalige Tag Team-Champion ist bis heute bei WWE als Produzent angestellt.

  1. André the Giant

André the Giant war eine große Legende, aber sein Karriereende verlief eher traurig. Nach einer WrestleMania-Niederlage gegen Demolition verließ der Riese die WWE. Er wurde in jedem Match ein bisschen langsamer. Am Ende war es wirklich traurig zu sehen, wie André kaum noch gerade stehen konnte. Mehr als Tag-Team-Matches waren nicht mehr möglich. Es war ein bisschen, wie wenn die geliebte Katze im Alter nicht mehr die Treppe hochkommt. Sein Legendenstatus ist kult und unantastbar, aber es hatte etwas Bedrückendes zu sehen, wie Andrés gigantische Körper immer mehr nachgab. Ruhe in Frieden, du Ikone des Sports.

  1. Darren Drozdov

Ein sehr tragischer Ringunfall, der leider weitestgehend nicht sonderlich bekannt ist. Am 05. Oktober 1999 in einem Match gegen D’Lo Brown, misslang Browns „Sky High“ Finishing Move, eine Version einer Running Powerbomb, und Drozdov landete nicht wie geplant auf dem Rücken sondern auf dem Kopf. Sein gesamtes Körpergewicht und das seines Kontrahenten belasteten für kurze Zeit seinen Nacken. Die Kraft, die auf die Halswirbelsäule wirkte war einfach zu groß. Der als „Puke“ auftretende Akteur brach sich zwei Halswirbel. Er blieb regungslos liegen und das Match wurde abgebrochen. Aus einer anfänglichen lebensbedrohlichen Situation konnte er sich schnell herauskämpfen. Sein Zustand war stabil. Dennoch ist Drozdov seit dieser Aktion querschnittsgelähmt und ist auf einen speziellen Rollstuhl angewiesen, muss viele Medikamente zu sich nehmen und kann vieles nicht alleine machen. D’Lo Brown indessen plagten Schuldgefühle. Die Running Powerbomb hat er seit diesem Tag nie wieder angewendet. Droz gibt Brown für den Unfall überhaupt keine Schuld und sieht es als negatives Beispiel für das hohe Berufsrisiko eines Wrestlers.   

  1. Bret Hart

Bret Hart gilt als einer der besten technischen Wrestler aller Zeiten. Normalerweise gebührt einer Legende wie Hart ein ordentliches Karriereende. Es lief aber anders als geplant. Nach dem Montreal Screwjob und dem Wechsel von der WWF zur WCW brauchte Hart schon einige Zeit um sich seinen hohen Status zurück zu erarbeiten. Nach einigen Jahren stand der Kanadier aber wieder im Main-Event Geschehen als WCW World Heavyweight Champion. Bei Starrcarde von 1999 bestritt er ein Match gegen Bill Goldberg um den Titel. Im Laufe des Matches erlitt Hart bei einem scheinbar „durchschnittlichen“ Kick eine schwere Gehirnerschütterung. Diese Verletzung sollte ihm monatelang zu schaffen machen. Hart bestritt zwar noch einige Matches aber letztlich musste sich „the best there ever will be“ vom Wrestling abwenden und sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen. 2010 feierte er zwar nochmal ein kleines Comeback, aber ein ernsthafter Run war für den zweifachen Hall of Famer nicht mehr möglich.

  1. Eddie Guerrero

Es gibt viele tragische Möglichkeiten wie eine Wrestler-Karriere enden kann, aber nichts ist so tragisch wie das Ableben. Bei Publikumsliebling und Legende Eddie Guerrero war dies leider der Fall. Am 13.11.2005 wurde Guerrero infolge einer großen Medikamentenüberdosis leblos in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Für den Fanliebling und ehemaligen World Champion kam jede Hilfe zu spät. Die folgende WWE-Veranstaltung stand ganz im Zeichen von Eddie Guerrero. Vince McMahon hielt fest, dass er nicht nur in der „Prime“ seiner Karriere, sondern auch in der „Prime“ seines Lebens stand. Guerrero war dreifacher Familienvater und hinterließ neben seinen Kindern und seiner Frau auch unzählige gebrochene Herzen bei Kollegen und Fans. Im folgenden Jahr wurde Eddie Guerrero posthum in die WWE Hall of Fame aufgenommen.

  1. Owen Hart

Der wohl tragischste Unfall der Wrestling-Geschichte. Am 23. Mai 1999 sollte Hart beim Over the Edge-PPV ein ganz normales Match um die Intercontinental Championship bestreiten. Zur Untermalung seines „Blue-Blazer“ Gimmick war für sein Entrance geplant, dass er von der Hallendecke in den Ring hinab schwebt. Einen Stunt den Hart selbst schon einmal erfolgreich vollzogen hatte. Das eingesetzte Haltegeschirr war lediglich mit einem Schnellauslöser als Sicherung versehen um sicherzustellen, dass Hart sich schnell wird draus lösen können, damit der Auftritt flüssig gestaltet wird. Doch das Unglück geschah als Hart seinen Gurt in der Luft richten wollte. Dabei öffnete sich versehentlich die Schnellauslösung und er fiel Richtung Boden. Nach über 20 Metern freien Fall landete er auf der Ringecke und blieb regungslos liegen. Sofort eingeleitete medizinische Maßnahmen waren letztlich wirkungslos und Hart verstarb noch vor Ort. Kommentator Jim Ross unterrichtet die Fernsehzuschauer indes, dass es sich hierbei um einen echten Unfall handelt und nicht Teil einer Storyline ist. Später am Abend wurde der Tod von Owen Hart offiziell bestätigt.

Lucas Helmdach, Nico Walter, Jonathan Guthy

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